JSP Gruppe

Dolmetschen (Verhandlungen, Technik)

Gerne bin ich auch als Dolmetscher tätig. Wobei ich regelmäßig simultan übersetze, entweder als sogenanntes „Flüsterdolmetschen“ oder mit Hilfe einer Personenführungsanlage – wie Sie das vielleicht von Museumsführungen kennen. Bem Flüsterdolmetschen sitze ich hinter den Beteiligten und übersetze ihnen leise, was der Redner sagt. Wenn es größere Gruppen sind, verwende ich gerne die Personenführungsanlage (bis zu 42 Personen). Solches Dolmetschen erfolgt meist bei Schulungen oder Betriebsführungen.

Das Verhandlungsdolmetschen vollzieht sich regelmäßig so, dass ich mit am Tisch sitze und der jeweilige Sprecher in seiner eigenen Sprache flüssig spricht – mit etwa einem halben Satz Verzögerung übersetze ich laut in die jeweils andere Sprache. Der -jeweils- Sprachfremde wird sich nur auf das in seiner Sprache verständliche konzentrieren – bekommt aber durchaus die Mimik und Gestik des Verhandlungspartners zeitnah mit. Diese Form des simultanen Verhandlungsdolmetschens hat erhebliche Vorteile gegenüber dem Konsekutivdolmetschen (Dolmetscher macht sich Notizen fängt erst an, wenn der Redner aufgehört hat) – es gehen keine Inhalte verloren, man spart enorm Zeit, der jeweils fremde Zuhörer erlebt die Mimik und Gestik seines Verhandlungspartners – und kann unmittelbar darauf reagieren. Das macht diese Form des Dolmetschens sehr erfolgreich – wenngleich es für den Dolmetscher sehr anstrengend ist.

Die dritte Form des Dolmetschens ist die Telefonkonferenz. Zu vereinbarten Zeiten rufe ich beide Verhandlungspartner über jeweils eine Leitung an und schalte – nach eine kurzen Begrüßung – beide Leitungen zusammen. Nun hören sich alle Gesprächspartner gegenseitig und gleichzeitig. Mit ein wenig Gesprächdisziplin klappt das Simultandolmetschen dann folgendermaßen: Eine Telefonpartei spricht in ihrer Sprache – der andere und ich hören zu. Mit einer kurzen Verzögerung dolmetsche ich laut in die jeweils andere Sprache – und erstaunlicherweise versteht der jeweils andere Zuhörer „seine“ Sprache aus dem vermeintlichen Kauderwelsch ohne Probleme heraus und unterdrückt gewissermaßen gehörmäßig die ihm fremde Sprache – bekommt allerdings durchaus den Tonfall mit. Mit ein wenig Disziplin auf beiden Seiten klappt das regelmäßig hervorragend – und spart auch noch Zeit.