JSP Gruppe

Technische Übersetzungen

Das sind insbesondere Manuale, Bedienungs- oder Betriebsanleitungen, Ausschreibungs- oder Angebotstexte, sowie die komplette Übersetzung technisch/kaufmännischer Webauftritte.

Da ich von Hause aus Ingenieur verschiedener Fachrichtungen bin und zudem viele Jahre im Ausland in einem großen Engineering-Unternehmen als Projektingenieur und Leiter des Zeichenbüros tätig war, sind technische Inhalte quasi „ein gefundenes Fressen“.

Denn bedenken Sie: Viele Ausdrücke im technischen Bereich können – falsch übersetzt – sehr viel Geld kosten.

Beispiel:

Wir hatten ein Hafenprojekt in Polen, das Engineering wurde aus der Schweiz zusammen mit Spanien gemacht. Man wollte in Zürich wissen, wie lang die Ausleger der Kräne seien. Die Sekretärin übersetzte richtig (nach Wörterbuch)  und fragte per Telex an: „Cuantos metros tiene la pluma de la grúa?“ (Kranausleger = pluma)

Die Spanier übersetzten und antworteten, dass der Ausleger mindestens 25 Meter sein sollte. Die (andere) Sekretärin in Madrid übersetzte das Telex jedoch statt pluma = Ausleger mit pluma = Feder, was im Lexikon richtig angeboten wurde – denn Feder erschien ihr viel „technischer“ als ein Ausleger. (Es ist dort allerdings die Feder eines Tieres oder Füllfederhalters gemeint.)

So erfuhren die schweizer Ingenieure von einem Telex aus Madrid, in welchem mitgeteilt wurde, dass die Hafenkräne eine Feder von 25 Meter Länge haben sollten. Die Ingenieure wunderten sich und fragten sicherheitshalber nach, welche Feder gemeint sei. Jetzt übersetzte eine (weitere) Sekretärin die Rückfrage, benutzte dabei allerdings den Begriff „muelle“ für die Feder (Druckfeder = muelle), nicht wissend, dass „muelle“ auch der spanische Begriff für eine Kai-Anlage ist – mit der der zu planende Hafen ja ausgestattet war. So bekam  der spanische Projektleiter die Info: „Todos los muelles tienen 25 metros“   („Alle Kai-Anlagen sind 25 Meter lang“). Jetzt kam der Bautrupp ins Schleudern, denn man hatte gerade die Zeichnungen mit 120 Meter langen Kaimauern abgeliefert.

Sie können sich gerne vorstellen, wie die Unterhaltungen und Wirrungen weiterliefen, bis ich selbst in die Schweiz flog und es mir gelang, die Fehlintepretationen schließlich aufzudröseln. Das ganze kostete uns ca. 1.200 Dollar und mehrere Tage Verzögerung – doch jede Übersetzerin hatte jeweils durchaus richtig übersetzt – aber eben nur im falschen Kontext.

———— So wird die Laufkatze eines Brückenkrans im Spanischen mit „Hund“ übersetzt, während der Wagenheber die „hydraulische Katze“ ist.

Und selbst im Kaufmännischen setzt sich das Verwirrspiel fort: Eine (deutsche) Verbindlichkeit  wird im Spanischen gelegentlich mit „Exigible“ (das zu Verlangende/Fordernde) ausgedrückt und daher oft mit „Forderung“ (falsch) übersetzt. Wenn es nicht gerade eine tabellarische Bilanzaufstellung ist, kann man sich die Auswirkung gut vorstellen: Ein hoch verschuldetes Unternehmen wird zum begehrten Übernahmeobjekt….